Formgedächnislegierung


Normalerweise haben Metalle bis zu ihrem Schmelzpunkt dieselbe Kristallstruktur. Einige finden jedoch in ihre Ausgangsstruktur zurück, nachdem man sie verformt hat. Man bezeichnet diese als Formgedächtnislegierungen. Sie existieren in zwei unterschiedlichen Zuständen: Die als Austensit bezeichnete Hochtemperaturphase sowie Martensit, die Niedrigtemperaturphase. Wird das Metall erwärmt, geht es von der einen in die andere Kristallstruktur über. Zudem unterscheidet man bei den Formgedächtnislegierungen zwischen dem Einweg-Memory-Effekt, bei dem das Metall nach einmaliger Formveränderung durch Erhitzen in nur eine Form überführt werden kann, sowie dem Zweiweg-Memory-Effekt. Dabei hat das Metall eine Kalt- und eine Warm-Form. Eine weitere Eigenschaft der Formgedächtnislegierungen ist die sogenannte Superelastizität: Dabei ist auch eine reversible Formveränderung durch äußere Einwirkung möglich. Es gibt viele Anwendungsgebiete, die sich die Vorteile der Formgedächtnislegierung zunutze machen: So eignet sich die wärmebasierte Metallveränderung beispielsweise für medizinische Implantate, die sich erst in den Arterien des Patienten zu voller Größe entfalten. Man verwendet die speziellen Metalle in Handykameras und sogar bei der Entfaltung spezieller Sonnensegel in der Weltraumtechnik.

- Bericht von Marlene Thiele, Foto:Lutz S. Quelle: Flickr

Empfehlt The Photostories euren Freunden: