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Shibam

Foto: Will De Freitas Quelle: Flickr

Die Silhouette Shibams inmitten der jemenitischen Wüste erinnert ein bisschen an die Skyline von Manhattan. Seit über 400 Jahren ragt die einstige Händlerstadt bereits in den Himmel. Gebaut wurden die rund 500 Hochhäuser aus Lehm von reichen Händlern, die eine neue Heimat brauchten, nachdem die antike Hauptstadt von Hadramaut feindlich eingenommen worden war. Die Hochhäuser sind auf Schutz ausgerichtet: In den unteren Etagen liegen hinter kleinen Fenstern und zahlreichen Schießscharten lediglich Ställe und Lagerräume. Erst ganz oben befinden sich die prächtigen Wohnungen der Familien. Einziger Nachteil: All das auf extrem engem Raum. Und so verließen die reichen Händlersöhne einst Shibam. Sie waren es auch, die damals den Islam bis in den Norden Afrikas verbreiteten.

Auch heute herrscht Aufbruchsstimmung in der einstigen Hauptstadt. Es gibt keine Feinde mehr, die ein Leben in den dicht beieinander stehenden Lehmbauten nötig machen. Zudem ist das Baumaterial dem Verfall ausgesetzt, sei es durch den stetigen Wind oder durch Starkregenfälle, die zum Beispiel Jahr 2008 einige Häuser einstürzen ließen. Seit 2000 versucht die deutsche „Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit“ sich an der Restauration der Hochhäuser. Die umfasst neben der Sicherung der Lehmbauten auch eine Modernisierung mittels verborgener Strom- und Wasserleitungen. Seit Beginn des Projekts ist jedes dritte damals leerstehende Haus wieder bewohnt.



- Bericht von Marlene Thiele

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